First ID. models support bidirectional charging

Mehr E denn je

Bidirektionales Laden für alle, ein effizienterer E-Motor und die Einheitszelle aus Deutschland – die Entwicklung der Elektromobilität bei Volkswagen schreitet mit Riesenschritten voran.

Die Autos beherrschen es schon länger: Bereits seit Ende 2023 können alle ID. Modelle, die über eine ­Batteriekapazität von mindestens 77 Kilowatt­stunden verfügen und die Softwareversion 3.5 oder neuer aufgespielt haben, bidirektional laden. Bisher haperte es aber bei den kompatiblen Wallboxen. Die aktuell verfügbaren bidirektionalen Ladestationen kosten weit über 10 000 Franken und sind damit für die Besitzer von Photovoltaikanlagen kaum inte­ressant.

Das ändert sich nun: Bereits Anfang 2026 wird die AMAG Tochterfirma Helion die «Helion BiDi»-Wallbox auf den Markt bringen, die das Auto sowohl laden wie auch entladen kann. Und das zu einem Anschaffungspreis, der mit 3300 Franken nur noch einen Bruchteil beträgt (Details sind über den ­QR-Code erhältlich).

Die Batterien der ID. Modelle bieten ein Vielfaches der ­Kapazität herkömmlicher Hausbatterien. Sie eignen sich damit perfekt, um überschüssigen Solar­strom vom Dach zu speichern. Dieser kann dann abends oder bei schlechtem Wetter auch über Tage hinweg wieder in das Haussystem eingespeist werden. Die Besitzer steigern so den Eigenverbrauch ihres Sonnenstroms und senken gleichzeitig die Energie­rechnung. Ein weiterer positiver Neben­effekt: Werden die Elektroautos als Speicher ein­gesetzt, helfen sie mit, das Stromnetz zu stabilisieren – indem sie geladen werden, wenn besonders viel Solarenergie anfällt.

Der Einfluss auf den «Gesundheitszustand» der Hochvolt­­batterie ist marginal. Das bidirektionale Laden und Entladen geschieht mit maximal 11 Kilowatt und ist damit deutlich schonender als an einem Schnelllader mit 150 kW. Zudem haben diverse ­Langzeittests gezeigt, dass die Akkukapazität der ID. Modelle selbst über Jahre hinweg nur wenig abnimmt.

Text Reto Neyerlin
Foto Volkswagen

Die Einheitszelle geht in Serie

Vor rund drei Jahren erfolgte der Spatenstich der ersten Gigafabrik des Volkswagen Konzerns. Jetzt startet in Salzgitter (D) die Serienfertigung der selbst entwickelten Einheitszelle. Als erster VW erhält 2026 der neue ID. Polo die Batterie «made in Germany». Die Einheitszelle wird in einem standardisierten Format produziert, das verschiedene chemische Zusammensetzungen aufnehmen kann und in 80 Prozent aller Volkswagen Modelle passt. Da die Batterie 40 Prozent der Wertschöpfung eines Elektroautos ausmacht, bildet ihre Fertigung eine Schlüsseltechnologie der E-Mobilität.

Mehr Leistung, weniger Verbrauch

Er hört auf den Namen APP350 und ist die neuste Weiterentwicklung des E-­Antriebsstrangs für die ID. Familie. Die Zahl steht für 350 Newtonmeter, womit der neue Elektromotor 40 Nm mehr leistet als der Vorgänger APP310. Gleichzeitig sinkt der Verbrauch, sodass etwa der ID.4 mit dem neuen Antrieb bis zu 40 Kilometer weiter kommt als bisher (gemäss WLTP). Erreicht haben dies die Ingenieure, indem sie an vielen verschiedenen Stellschrauben gedreht haben – vom Einsatz neuer Halbleiter über dünnere Bleche und polierte Zahnradoberflächen bis hin zu einem speziell niedrigviskosen Öl.

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