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«Im E-Auto sind Hunde entspannter»

Martin Rütter ist der bekannteste Hundetrainer im deutschsprachigen Raum und seit 2025 Markenbotschafter von Volkswagen. Wie man Hunde an das Autofahren gewöhnt, sie am besten sichert und ob sie gerne im Elektroauto unterwegs sind, erklärt er im Interview.

Martin Rütter ist «der Hundeprofi»

Der 1970 geborene Duisburger studierte nach dem Abitur Tierpsychologie, gründete 1995 seine erste Hundeschule und entwickelte eine eigene Philosophie zur partnerschaftlichen Ausbildung von Mensch und Hund.

Seitdem bildete er rund 400 Hundetrainer aus, die unter der Marke Martin Rütter in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, im Südtirol, in der Schweiz und auf Mallorca ein Netzwerk aus über 150 Hundeschulen betreiben.

Seit mehr als 20 Jahren ist er in TV-Formaten wie «Der Hundeprofi – Rütters Team» (VOX) oder «Die Unvermittelbaren» zu sehen.

Weiter hat Martin Rütter diverse Fachbücher geschrieben und als Entertainer in Liveshows über 2,5 Millionen Zuschauer unterhalten.

Ab Oktober 2026 geht er mit seinem neuen Programm «SCHLUSS! AUS!» auf Abschiedstournee und tritt am 20. März 2027 im Hallenstadion in Zürich auf.

Fahren Hunde gerne Auto?
Das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Sie können aber ans Autofahren gewöhnt werden, was allerdings schon im Welpenalter geübt werden sollte. Wichtig ist, dass der Hund in kleinen Schritten lernt, dass Autofahren nicht gefährlich ist und er dabei keine Angst haben muss. Das Auto sollte ein angenehmer Ort für den Hund sein, und das kann man trainieren.

Wie kann ich meinen Hund konkret an das Autofahren gewöhnen?
Um den Hund an das Auto zu gewöhnen, kann man ihn dort zunächst einmal füttern und im nächsten Schritt hin und wieder ein paar Futterstücke im Auto verstecken, die es zu suchen gilt. Nach einigen Tagen werden diese Übungen dann mit laufendem Motor durchgeführt.

Dazu sollte sich der Mensch auch selbst ins Auto setzen und sich anschnallen, so als würde er gleich losfahren wollen. Funktioniert das ohne Probleme, kann man ein paar Meter fahren und diese Fahrzeit an den Folgetagen immer länger werden lassen. Gleiches gilt für die Geschwindigkeit. Wichtig dabei ist aber immer, im Blick zu haben, ab wann sich der Hund nicht mehr wohlfühlt. Das zu beachten ist das A und O. Danach steht auch einer längeren Fahrt nichts mehr im Weg.

Wie merke ich, ob sich der Hund beim Autofahren wohlfühlt?
Wenn der Hund ans Autofahren gewöhnt ist, kann er sich auch im Auto entspannen. Liegt der Hund zum Beispiel ruhig in der Box, fühlt er sich bei der Autofahrt wohl.

Welche Probleme können auftreten?
Da gibt es einige, aber alle sind in der Regel gut zu lösen. Erwachsenen Hunden wird oft schlecht, weil sie das Autofahren nicht gelernt haben oder es mit etwas Negativem verbinden. Genauso kann es sein, dass Hunde innerhalb des Autos eine gewisse Aggressivität entwickeln, anfangen, das Auto zu verteidigen, oder im negativsten Fall einfach gar nicht mehr ins Auto wollen. Aber all die Probleme können, wie bereits gesagt, mit geduldigem Training gelöst werden.

Und welche Fehler kann man als Halter machen?
Da gibt es einige. Vor längeren Fahrten beispielsweise ist ein ausgiebiger Spaziergang Pflicht. Dabei sollte man aber darauf achten, dass der Spaziergang nicht zu anstrengend für den Hund ist. Und ganz wichtig: Im Auto sollte der Hund immer gut gesichert sein.

Wie sichere ich ihn am besten?
Am sichersten ist der Hund in einer Box im Kofferraum. Zu beachten ist, dass sowohl die Box als auch die Decke oder Matte darin rutschfest befestigt werden, damit der Hund beim schwungvollen Ein- und Aussteigen nicht ausausgleitet.

Darf ein Hund auf den Beifahrer- oder Rücksitz?
Wenn der Kofferraum durch Gepäck belegt ist, muss der Hund auf dem Rücksitz mitfahren. Dafür kann man ein Gurtsystem benutzen. Wichtig dabei ist, dass das Geschirr gut sitzt und für die Grösse und das Gewicht des Hundes ausgelegt ist. Um dem Hund den Stress zu nehmen, sollte er auch an den Gurt gewöhnt sein.

Hundeprofi Martin Rütter wird Volkswagen- Markenbotschafter –

Martin Rütter über seinen ID.7 GTX Tourer: «Besonders die Reichweite und das einfache Laden sind überzeugend.»

Hunde sollten
im Welpenalter
ans Autofahren
gewöhnt werden.

Wie häufig sollte man auf einer langen Fahrt für den Hund eine Pause einlegen?
Das hängt vom Hund ab. Meine beiden ehemaligen Hündinnen Emma und Mina haben, sofern alle Bedürfnisse vorher gestillt wurden, eine siebenstündige Autofahrt gut durchgestanden. Wenn man sich aber entscheidet, eine Pause zu machen, ist es auch wichtig, wo. Soll sich der Hund nur mal kurz bewegen und was trinken, dann reicht eine kurze Pause auf dem Rastplatz. Dabei muss er aber angeleint bleiben, denn die Gefahr, dass etwas passiert, ist zu gross. Ich selbst bin immer gerne auf einen Autohof gefahren oder habe bei längeren Reisen in einem Hotel übernachtet.

Sie fahren seit bald einem Jahr den vollelektrischen ID.7 GTX Tourer. Weshalb haben Sie dieses Modell ausgewählt?
Ich hatte die Möglichkeit, viele Modelle verschiedener Hersteller auszuprobieren. Immer hat mich etwas gestört. Der ID.7 hingegen hat mich einfach überzeugt. Er ist ein richtiges Platzwunder, aber trotzdem übersichtlich. Besonders die Reichweite und das einfache Laden des Autos sind überzeugend. Hinzu kommt, dass VW ein deutsches Unternehmen ist; da fiel mir die Entscheidung für eine Zusammenarbeit nicht schwer.

Reagieren Hunde anders auf E-Autos als auf Verbrenner?
Ja, auf jeden Fall. Ein E-Auto ist grundsätzlich leiser, hat weniger Vibrationen und die typischen Motorgeräusche fallen weg. Das kann dazu führen, dass das Autofahren für den Hund entspannter ist. Wichtig ist aber, egal ob im E-Auto oder Verbrenner, dass der Hund an das Autofahren gewöhnt und richtig gesichert ist. 

Weshalb sind Sie auf die Elektromobilität umgestiegen?
Ich beschäftige mich viel mit dem Klimawandel oder Fragen wie: Was wird aus meinen Kindern? Was aus den nächsten Generationen? Für mich war die E-Mobilität deshalb der nächste logische Schritt. Die Umstellung ist mir am Anfang jedoch nicht leichtgefallen, da ich ein starker Gewohnheitsmensch bin. Das Gesamtkonzept Elektromobilität ist für mich aber einfach schlüssig.

Was gefällt Ihnen am besten am elektrischen Fahren?
Da gibt es einiges, was mich begeistert. Natürlich spielt der ökologische Faktor eine grosse Rolle, aber im Falle des ID.7 hat mich auch die Ausstattung total überzeugt. Und das elektrische Fahren macht richtig Spass.

Es werden immer wieder Vorurteile geäussert, dass Elektroautos nicht alltagstauglich seien und dass das Laden zu kompliziert sei. Sie selbst legen bis zu 60 000 Kilometer pro Jahr zurück. Wie sind Ihre Erfahrungen?
Meiner Erfahrung nach sind Elektroautos auf jeden Fall alltagstauglich. Wovor ich am meisten Angst hatte, war das Thema Routenplanung bei weiteren Fahrten. Also Fragen wie: Komme ich wirklich an? Habe ich genug Reichweite? Wo kann ich laden? Das ist aber einfacher als gedacht. Ich kann von Anfang an das Laden anpassen und auch die Kilowattzahl der Ladesäule bestimmen. Ich sehe auch, wie viele Ladesäulen frei sind, so besteht nicht die Gefahr, dass ich eine Station anfahre, bei der ich warten muss. Meine Angst und die ganzen Vorurteile haben sich also nicht bestätigt.

InterviewReto Neyerlin
Fotos Volkswagen / Rütter

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