Aufmacher Prio 1

Rockige Urgesteine

Seit 35 Jahren hält Gotthard die Flagge des Schweizer Hardrocks hoch. Und ist dabei bereits zwei Jahrzehnte lang mit Volkswagen unterwegs. Die letzte Fahrzeugübergabe wäre jedoch fast ins Wasser gefallen.

Ihr Berg meint es nicht immer gut mit Gotthard. Da trägt die Band seit 35 Jahren seinen Namen in die halbe Welt, doch genau an dem Tag, als die Musiker oben auf dem Gotthardpass ihre neuen Autos er­halten sollen, schüttet es wie aus Kübeln. «Das ­erstaunt mich gar nicht», sagt Bassist Marc Lynn (61), als er am neuen Übergabeort eintrifft. «Fast ­jedes Mal, wenn wir auf dem Pass etwas organisieren, spielt das Wetter verrückt. Einmal hat es einen Tag vor einem Open Air Ende August sogar geschneit.»

Als trockene Alternative für die Fahrzeugübergabe kann kurzfristig die überdachte Eisbahn in Faido ­organisiert werden. Das Eis für die Wintersaison wird erst einige Tage später aufgetragen, und so stehen für einmal statt Hockeyspielern fünf Volkswagen im markanten Beton-Oval, direkt neben der Autobahn A2.

Gitarrist Leo Leoni (59) erscheint als Zweiter – und fühlt sich in der Hockeyarena sogleich wohl. Bis vor Kurzem war er selbst aktiver Goalie, trainierte früher mit der A-Mannschaft des HC Lugano und stand bei Benefizmatches mit Nationalmannschaftsspielern im Hockeytor. «Das ist meine zweite grosse Leidenschaft nebst der Musik», erzählt der Tessiner.

 

Pünktlich wie eine Schweizer Uhr

Nach und nach trudeln auch Sänger Nic Maeder (53), Gitarrist Freddy Scherer (58) und Schlagzeuger Flavio Mezzodi (48) ein. Was auffällt: Alle sind pünktlich. «Darauf legen wir schon immer grossen Wert. Wir lassen auch die Fans nie warten und starten unsere Shows stets auf die Minute genau», betont Marc Lynn. Und fügt mit einem Schmunzeln an: «Da drücken wohl die Schweizer Gene durch.»

Die fünf Musiker versammeln sich sofort um die neuen Autos, öffnen neugierig die Türen und klappen Motorhauben hoch. Eifrig wird probegesessen und diskutiert, je nach Konstellation auf Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch – oder alles mit­­einander. Kaum eine andere Band lebt die ver­schiedenen Kulturen der Schweiz so selbstverständlich wie Gotthard.

Auch musikalisch verschieben die fünf gerne Grenzen. Sie sind zwar in erster Linie als Hardrockband bekannt, werden aber mindestens genauso für ihre gefühlvollen Balladen geliebt. Legendär sind zudem ihre Akustiksets, und diesen Sommer haben sie am ­Heitere Open Air in Zofingen mit einem grossen ­Sinfonieorchester gespielt. Ein Fixpunkt im Kalender von Gotthard ist inzwischen auch der exklusive AMAG Event mit dem Zürcher Kammerorchester.

Gruppe Prio1

Ganz Gotthard auf der Pritsche des Amarok: Nic Maeder, Freddy Scherer, Leo Leoni, Marc Lynn und Flavio Mezzodi (von links).

Fast jedes Mal,
wenn wir auf dem
Gotthardpass etwas
organisieren, spielt
das Wetter verrückt.

Fahren seit 20 Jahren Volkswagen

Die Partnerschaft zwischen der AMAG und dem erfolgreichsten Rock-Act des Landes dauert bereits 20 Jahre. Und genauso lange fährt Gotthard schon Volkswagen. Leo Leoni beispielsweise erhält heute seinen fünften Amarok – und will definitiv nichts ­anderes. «Der Pick-up macht einfach alles mit. Ich kann mit ihm holzen gehen oder gärtnern, und ­meine diversen Gitarren und Verstärker finden immer Platz.»

Viel Raum ist naturgemäss auch ein wichtiges Kriterium für Schlagzeuger Flavio Mezzodi. Mit dem ID. Buzz ist er in dieser Hinsicht bestens bedient. «Überrascht hat mich aber die Power, die der Elektrobus hat. Für ein Auto dieser Grösse bietet er unglaublich viel Fahrspass.»

Ebenfalls vollelektrisch unterwegs sind Nic ­Maeder und Freddy Scherer, beide mit einem ID.4. Der ­Leadsänger geniesst dabei vor allem die Ruhe beim Fahren – «und dass ich das Auto zu Hause mit Strom von meinem Dach laden kann». Der Gitarrist hebt derweil die Assistenzsysteme hervor, dank denen auch lange Strecken nicht ermüdend sind.

Für Marc Lynn ist es das Design, das ihn beim neuen Tiguan auf den ersten Blick begeistert: «Der sieht definitiv nochmals besser aus und hat auch innen an Klasse zugelegt.» Ihm gefällt zudem die Grösse des SUVs, «er ist kompakt, hat trotzdem viel Platz und alles drin, was man braucht.»

Gotthard live

(zusammen mit Krokus)

Freitag, 19. Dezember 2025
Bern, Festhalle

Samstag, 20. Dezember 2025
Dübendorf, The Hall

Weitere Infos unter
gotthard.com

Tessin ist Bandzentrum

Wie viele Male der Bassist bereits durch oder über den Gotthard gefahren ist, kann er – wie auch seine Kollegen – längst nicht mehr beziffern. Seit den ­Anfängen der Band 1990 befindet sich der Proberaum in der Nähe von Lugano, dem Gründungsort.

«Zu Beginn wohnten alle in der Region», erinnert sich Leo Leoni. «Denn damals probten wir jeden Tag fünf bis sechs Stunden.» Heute ist er der Einzige, der noch im Tessin lebt.

Im Haus des Gitarristen und Produzenten ist auch das bandeigene Studio untergebracht. Dort entstanden einige der 17 Nummer-1-Alben, die insgesamt über 3,5 Millionen Mal verkauft wurden. Das Beatles-Cover «Drive My Car» wurde ebenfalls hier aufgenommen. «Dieser Song war eigentlich für die AMAG geplant», erzählt Nic Maeder. Die Band hatte den Auftrag erhalten, als Mitarbeitergeschenk eine limitierte Vinyl-Single herauszugeben. Die Verantwortlichen wollten statt des Covers dann aber einen Gotthard-eigenen Song. Also wandelten sie für die AMAG ihren Hit «Lift U Up» in «Charge U Up» um – passend zur Elektrotransformation in der ­Autobranche. Und «Drive My Car» fand den Weg auf das neue Album «Stereo Crush».

Ihr Auto fahren wollen jetzt auch die fünf Musiker: Der Moment ist gekommen, die Instrumente in den Kofferraum zu packen und sich auf den Heimweg zu machen. Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, und so ist für die Bandmitglieder, die in der Deutschschweiz wohnen, klar: «Mit unseren neuen Autos geht es nun über den Gotthardpass.»

TextReto Neyerlin
Fotos Dominique Zahnd

Weitere Beiträge

Magisches Kürzel

Der Golf GTI ist Kult – auch wegen ikonischen Designdetails wie dem Karomuster, roten ­Ziernähten oder der Waben­struktur. Die GTI-Kollektion greift diese Elemente auf.

Sound & Design

Er sammelt Silber, Gold und Platin. Sie arbeitet mit Diamanten. Zlatko «Slädu» Perica und Ehefrau Ann sind ein schmuckes Paar. Oder eigentlich ein Trio: Seit eineinhalb Jahren ist Tochter Elisa die wichtigste Inspiration.

Wellenreiten und Gischt im Gesicht

Die Autojournalistin Isabelle Riederer testet auf der 1250 Kilometer langen Fahrt von Zürich nach Biarritz die Langstreckentauglichkeit des ID. Buzz GTX.