Touareg_Geburt

Bye-Bye Touareg

Dieses Jahr endet die Produktion des Touareg nach 24 Jahren, drei Generationen und über 1,2 Millionen verkauften Exemplaren. Wir schauen auf spezielle Momente und Modelle des Flaggschiffs von Volkswagen zurück.

Die Geburtsstunde

Im Herbst 2002 kam der Touareg auf den Markt. Er war der erste SUV von Volkswagen überhaupt und überzeugte von Beginn weg als komfortabler Langstreckengleiter, kräftiges Zugfahrzeug und robuster Offroader. Zu den technischen Höhepunkten der ersten Generation zählten eine Luftfederung mit variabler Bodenfreiheit und Hightech-Motoren wie der 450 PS starke W12-Zwölfzylinder. Mit seinen Abmessungen und dem hohen Qualitätsniveau fuhr der Touareg direkt in die Oberklasse – und behauptete sich dort über drei Generationen hinweg.

Fahrerloser Pionier

Autonomes Fahren war 2005 noch pure ­Science-Fiction. Doch Forscher der Stanford University arbeiteten damals längst daran, die Technik praxistauglich zu machen. Mit dem Touareg «Stanley» – einem der ersten intelligenten Fahrzeuge und gemeinsam entwickelt mit der Forschungs­abteilung von Volkswagen – gewannen sie die US-amerikanische «Grand Challenge». Bei dem 212 ­Kilometer langen Rennen für autonom fahrende Fahrzeuge durch die Wüste Nevadas gingen 23 Autos an den Start. Nur vier kamen ins Ziel.

Ein Flugzeug im Schlepptau

Diese Aktion sorgte im Jahr 2006 für Staunen und einen Welt­rekord: Ein seriennaher Touareg V10 TDI zog eine rund 155 Tonnen schwere Boeing 747 über eine Flughafen-Startbahn. Mit seinem gewaltigen Drehmoment von 750 Nm und einem modifizierten Fahrwerk bewegte der SUV den Jumbojet über 150 Meter und brachte ihn ­anschliessend sicher zum Stehen. Um die Kraft optimal auf den Boden zu bringen, wurde der Touareg mit über vier Tonnen Zusatzgewicht beladen.

Seriensieger im Wüstenstaub

Die «Dakar» gilt als die härteste Rallye der Welt – und der Race Touareg von Volkswagen Motorsport dominierte sie drei Jahre in Folge. Den Doppelsieg von 2009 übertrumpfte Volkswagen 2010 und 2011 mit Dreifacherfolgen. Zuoberst auf dem Treppchen standen dabei Giniel de Villiers, Carlos Sainz und Nasser Al-Attiyah. Der Wüstenrenner war ein Prototyp mit Fünfzylinder-Mittelmotor, Gitterrohrrahmen und Carbon-Karos­serie.

Der Langstreckenprofi

Mit verschiedenen Touareg-Modellen stellte das Team um den deutschen Langstreckenexperten Rainer Zietlow vier Weltrekorde auf: 2005 einen Höhenweltrekord auf 6081 Meter in Chile. Es folgten drei Langstrecken-Weltrekorde: 2011 die Panamericana von Feuerland bis nach Alaska über 23 000 Kilometer in 11 Tagen und 17 Stunden. 2014 vom Nordkap bis zum Cape Agulhas in Südafrika: 17 000 Kilometer in 21 Tagen und 16 Stunden. Im Jahr darauf benötigten sie in umgekehrter Richtung 9 Tage und 4 Stunden.

Trauffer baut seinen Touareg

Ein besonderes Erlebnis mit dem Touareg hatte 2019 auch der Schweizer Musiker, Hotelier und Spielzeugproduzent Marc Trauffer. Der aktuelle Ambassador von VW Nutzfahrzeuge durfte bei der Montage seines damaligen Dienstwagens dabei sein und sogar am Produktionsband mithelfen. Dafür reiste er in das Volkswagen Werk im slowakischen Bratislava, wo der Oberklasse-SUV seit seiner Markteinführung 24 Jahre lang gebaut wurde.

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